YAG ist die Abkürzung für Yttrium-Aluminium-Granat, einem in der Lasertechnik häufig eingesetzten synthetischen Kristallmaterial.

YAG hat die gleiche Kristallstruktur (kubisch, Kristallklasse Oh-m3m) wie die in der Natur vorkommenden Granate auf Silikatbasis (z.B. Almandin, Pyrop, Grossular ...), lässt sich jedoch im Gegensatz zu diesen in großen Kristallen synthetisch herstellen. Die chemische Summenformel von YAG ist Y3Al5O12

Reiner YAG ist farblos und klar und diente wegen seines hohen Brechungsindex zeitweise als Diamantersatz bei der Schmuckherstellung. Inzwischen wurde er im Schmuckbereich durch den als Diamantimitation weit besser geeigneten Zirkonia ersetzt.

Seine große Bedeutung in der Lasertechnik errang YAG durch die hervorragende Dotierbarkeit mit Metallionen aus der Gruppe der Lanthaniden (den sogenannten "Seltenen Erden"), wodurch er seine Lasereigenschaften erhält. Dabei werden die "Seltenen Erden" wie Neodymium (Nd), Erbium (Er), Ytterbium (Yb), Holmium (Ho) oder Thulium (Tm) hauptsächlich auf der achtfach von Sauerstoff koordinierten Yttrium-Position ins Kristallgitter eingebaut, die sogenannten Codotierungen wie z.B. Cr3+ gehen auf die sechfach (oktaedrisch) koordinierte Aluminium-Position.

Das Arbeitspferd der Lasertechnik ist der sogenannte Nd:YAG, ein mit ca. 1 atom% Neodymium dotierter YAG, der in einer Vielzahl von Lasern für z.B. medizinische Zwecke, Beschriftungen, zum Schweißen und Schneiden eingesetzt wird. Nd:YAG-Laser emittieren (meistens) mit einer Wellenlänge von 1064 nm.

Auch der Er:YAG, mit typisch 50% Erbium-Dotierung, ist ein weitverbreiteter Laserkristall (Emissionswellenlänge 2940 nm) für medizinische Laser in der Augenheilkunde, bei Hautbehandlungen und im zahnmedizinischen Bereich.